Ein "Arbeit&Techik-Blick" auf das Thema Web 2.0

Zusammenfassung bisheriger Erfahrungen und darauf aufbauender Einschätzungen

Seit einiger Zeit begleitet uns das Themenfeld Web 2.0 bzw. haben wir es in unseren „Beratungskanon“ aufgenommen, und zwar nicht von ungefähr: Arbeit&Technik steht für die Befassung mit Fragen der Arbeitsorganisation, zum einen hinsichtlich verschiedener Managementmethoden und Arbeitsformen und zum anderen hinsichtlich des Einsatzes von technischen Systemen am Arbeitsplatz.
In diesem Zusammenhang spielt die Weiterentwicklung von Internetanwendungen im Bereich des Web 2.0 auch in betrieblichen Kontexten eine wesentliche Rolle. Die Technik und ihre Einsatzvarianten durch eine Vielzahl unterschiedlicher NutzerInnen geben dabei mitunter die Richtungen für eine Befassung mit dem Thema vor.
Bereits im Frühjahr habe ich einen Blogeintrag dazu begonnen, wie ein erster Überblick über die bisherigen Erfahrungen aus Arbeit&Technik-Perspektive und eine Einschätzung der weiteren Entwicklungen aus derselben aussehen könnte – und diesen dann als Entwurf abgelegt. Die aktuellen Bewegungen im eBetriebsrat-Blog, die sich der Arbeit von Hans Christian Voigt mit BetriebsrätInnen und dazugehörenden Diskussionen verdanken, bieten einen guten Anlass, das Thema wieder umfassender aufzugreifen.


Bei meinem Input im Rahmen der Wiener Folgekonferenz zum Thema „Web 2.0 und Online Rights“ ging es zum einen um bisherige Erfahrungen mit Beratungsfällen in diesem Bereich, zum anderen um einen Blick auf Web 2.0, der durch Aspekte der Arbeitsorganisation und des Datenschutzes bzw. Kontrollmaßnahmen in Unternehmen – einigen der Kernthemen von Arbeit&Technik – geleitet ist. Hier zeigt sich zunächst, dass spezifische Anfragen zur Nutzung von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen derzeit noch eine Seltenheit darstellen, wofür sich verschiedene Ursachen vermuten lassen. Entweder spielen die Entwicklungen rund um das sogenannte „Unternehmen 2.0“ in Österreich noch keine besondere Rolle, oder es ergeben sich dadurch keine spezifisch neu zu regelnden Angelegenheiten in den Betrieben. Möglich ist auch, dass dies noch nicht der Fall ist, vor allem wenn man davon ausgeht, dass neben einer eher geringen Verbreitung des betrieblichen Einsatzes von Web 2.0-Tools in den Unternehmen auch wenig Bewusstsein bzw. Erfahrungswerte mit diesen Anwendungen vorhanden sind, insbesondere auch unter BetriebsrätInnen. Diese sind stärker im Sinne der Schlagworte „Betriebsrat 2.0“ bzw. „Gewerkschaft 2.0“ von der Thematik betroffen, wenn es darum geht, Weblogs oder Social Network-Plattformen für die betriebsrätliche und gewerkschaftliche Informations- und Organisationsarbeit zu nutzen.
Wenn in Bezug auf Web 2.0-Anwendungen im Unternehmen bzw. am Arbeitsplatz von einem „Unternehmen 2.0“ die Rede ist, so ist damit bislang vordergründig der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen im Bereich betrieblichen Wissensmanagements und betrieblicher Kommunikationsstrukturen gemeint. Weitere Einsatzgebiete ergeben sich auch durch Möglichkeiten, mit diesen Tools neue Wege des Marketings zu beschreiten.

Links:

Diese und weitere Überlegungen zum Thema finden sich mittlerweile auch zusammengefasst in der Broschüre

vernetzt – ver[www]irrt – verraten? Web 2.0 in der Arbeitswelt – ein Überblick für BetriebsrätInnen

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