Den Teufel an die (Facebook-Pin-)Wand malen

internationale Fakten zu Facebook und seinen Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Facebook erfreut sich weltweit größter Beliebtheit. Der Umgang von ArbeitgeberInnen mit Facebook ist höchst unterschiedlich. Bei einigen ist Facebook dezidiert unbeliebt. Italiens Minister für öffentliche Verwaltung verbietet 2009 beispielsweise den Beamten Facebook während der Arbeitszeit.

Andere ArbeitgeberInnen ziehen immer mehr Informationen privater Art über ihre MitarbeiterInnen aus Facebook. Und die werden meist zum Nachteil der Angestellten ausgelegt. Die Versicherung Nationale Suisse entließ zum Beispiel 2009 eine Angestellte, weil sie im Krankenstand auf Facebook aktiv war, wobei sie ihrem Chef gegenüber angegeben hatte, aufgrund starker Migräne keine Bildschirmarbeit leisten zu können.
Kentucky Fried Chicken entlässt in Australien Angestellte, die Fotos von sich auf Facebook stellten, auf denen sie in den riesigen Geschirrwaschbecken gemütlich ein Bad nahmen.

Auch bevor es zu einem Arbeitsverhältnis kommt, sind die ArbeitgeberInnen schon im Netz unterwegs, um die zukünftigen potentiellen MitarbeiterInnen durchzuchecken. Agenturen wurden bereits gegründet, die im Auftrag von Firmen via Internet nach vorraussichtlich geeigneten BewerberInnen suchen.

Die dritte Variante ist, dass Firmen eigene Facebooks anlegen, auf denen sich die MitarbeiterInnen (gaaanz freiwillig) über ihre Firma äußern dürfen – wird zum Beispiel bei einem Pharmakonzern und einem internationalen Bankunternehmen in Österreich bereits praktiziert. Bei dieser Form der Facebook-Nutzung ist die Grenze zwischen Arbeit und Privat völlig in Auflösung begriffen und die Kontrolle  der ArbeitnehmerInnen ein Kinderspiel.

Mit dem Recht auf Privatsphäre hat das soviel zu tun wie ein Fisch mit einem Fahrrad.

Folgende Grundsätze machen daher beim privaten Facebooken Sinn:

  • besser in geschlossenen Gruppen kommunizieren, wo die Mitglieder einander bekannt sind
  • besser keine Aussagen über den Arbeitgeber/ die Arbeitgeberin tätigen
  • die Einstellungen zur Privatsphäre, die Facebook standardmäßig anbietet, auch nutzen, genau überdenken und bestimmte Informationen nur „FreundInnen“ zur Verfügung stellen
  • Informationen über andere (z.B. Photos) nur reinstellen, wenn der/die Betroffene auch einverstanden ist
  • nur Informationen reinstellen, die auch im realen Leben realen FreundInnen mitgeteilt werden würden
  • Arbeitgeberseitig gegründete Plattformen nach Möglichkeit meiden und die KollegInnen über die Gefahren aufklären

 Die Datenschutzkommission hat für die Zielgruppe Jugendiche eine eigene Broschüre zum Verhalten in  social media herausgebracht. Wenn man die Wörter „Schule“ und „Eltern/Lehrer“ gegen die Worte „Arbeitsplatz“ und „ArbeitgeberInnen“ austauscht, steckt in der Broschüre auch viel Wissenswertes für ArbeitnehmerInnen.

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