Author Archives: arbeitundtechnik

vernetzt, ver[www]irrt, verraten? Web 2.0 in der Arbeitswelt – ein Überblick für BetriebsrätInnen

vernetzt verwirrt verraten In einer Neuerscheinung im Rahmen der Reihe GUTE ARBEIT widmen wir uns dem medialen Strukturwandel, der mit der Weiterentwicklung des Internets zum sogenannten Web 2.0 bzw. in Richtung Social Media stattfindet. Im Fokus der Broschüre stehen dabei die Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation, die Gestaltung von Arbeitsprozessen, die Kommunikation im Unternehmen etc. sowie die daraus folgenden Konsequenzen für ArbeitnehmerInnen und die Möglichkeiten für den Betriebsrat, hier mitzugestalten.

Internet: Herausforderung für BetriebsrätInnen Read more »

Beste betriebsrätliche Kommunikation

bestkom 2010

Betriebliche Mitbestimmung und Kommunikation

Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung an Unternehmensprozessen sowie zur akiven Mitbestimmung im Betrieb sind Schlüsselfaktoren GUTER ARBEIT, deren bestmögliche Erfüllung in modernen Unternehmen vorausgesetzt werden sollte.

Das offizielle Organ der betrieblichen Mitbestimmung ist der Betriebsrat (bzw. die Personalvertretung), der die Interessen der ArbeitnehmerInnen vertritt. Im Rahmen seiner Funktion erfüllt er eine Reihe von Aufgaben, unter anderem als Ansprechpartner für ArbeitnehmerInnen sowie als Verhandlungspartner für ArbeitgeberInnen. Um die Aufgaben der betrieblichen Mitbestimmung gut und umfassend erfüllen zu können, ist – wie in allen anderen Bereichen auch – Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Durch Information und Kommunikation präsent zu sein, fördert die Transparenz und kann bei angemessenen Kommunikationsweisen bzw. -formen das Vetrauen in die Belegschaftsvertretung stärken. Das zeigt sich nicht zuletzt vehement in Krisensituationen.

„Das Wesen guter Kommunikation ist, dass es um mehr geht als um Information geben. Dass BetriebsrätInnen ihren Leuten sagen, was Sache ist, ist zu wenig. In der Krise ist es nicht genug, nur zu informieren, sondern es ist notwendig, zu kommunizieren. Das heißt, nicht nur Information zu geben, sondern auch Information zu nehmen.“ (Willi Mernyi: Erfolgreiche Krisenkommunikation. Die Krise als BR-Team meistern. In: Unternehmenskrise. Krisen erkennen. Krisen analysieren. Krisen bewältigen. Wien ÖGB-Verlag 2009, S. 65.)

Doch auch über Krisensituationen hinaus darf und sollte davon ausgegangen werden, dass möglichst breit angelegte und offene Kommunikation zum Erfolg der betriebsrätlichen Arbeit maßgeblich beiträgt. Dabei ist natürlich stets auch der strategische Aspekt von Kommunikationsprozessen zu beachten.

Auszeichnung für die beste betriebsrätliche Kommunikation (bbK)

Eine Initiative von ÖGB und AK Wien

bbk10 Teaser Zur Gestaltung von Kommunikationsprozessen stehen nicht nur eine Reihe von Medien, sondern auch vielfältige interaktive, persönliche Mittel zur Verfügung. Klassische Beispiele, die zur Zeit ihrer Entstehung das besondere Innovationspotenzial der betriebsrätlichen Kommunikation veranschaulichten, sind die Betriebsversammlung und die Betriebsratszeitung.

Doch Betriebsräte müssen hinsichtlich Information und Kommunikation ebenso mit der Zeit gehen, wie dies bei anderen InteressenvertreterInnen, VerantwortungsträgerInnen etc. der Fall ist – und sie tun dies auch. Um gelungene Initiativen und Gestaltungsprozesse ins Rampenlicht zu rücken, haben ÖGB und AK Wien die Auszeichnung „Beste betriebsrätliche Kommunikation (bbK)“ ins Leben gerufen und 2009 zum ersten Mal verliehen. Die Auszeichnung soll

„betriebsrätliche Arbeit auf anschauliche Weise ‚vor den Vorhang‘ holen. Herausragende betriebsrätliche Kommunikation, die voll von Ideen und klaren Absichten, kreativen Ansätzen und hoher Einsatzbereitschaft ist. Gute Konzepte und beispielhafte Umsetzungen der täglichen Betriebsratsarbeit.“

Der bbk10 steht unter dem Themenschwerpunkt „Betriebsratskommunikation X.0“ und widmet sich den Möglichkeiten, die die neuen sozialen Medien („Web 2.0“, „Social Media“) für die Betriebsratsarbeit bieten.

Einsendeschluss für Einreichungen ist der 17. Oktober 2010!

Weitere Informationen:

Veranstaltung: Managementansätze auf dem Prüfstand

Die im Rahmen des „gesellschaftlichen diskussionsforums“ (gedifo) stattfindende Veranstaltung Managementansätze auf dem Prüfstand – CSR als paradoxer Managementansatz will den Fragen nachgehen,

  • inwiefern Stakeholder-Value-Ansätze tatsächlich eine neue Managementkultur einläuten können;
  • was diesbezüglich vom Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR), also der freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen zu gesellschaftspolitisch verantwortlichem Handeln, zu halten ist;
  • und ob hier nur der alte Unternehmenspaternalismus werbewirksam neu eingekleidet wurde.

Termin: Mittwoch, 28. April, 14:30-18:00 Uhr
Ort: ÖGB, Veranstaltungssaal Wilhemine Moik – 1020 Wien Johann-Böhm-Platz 1

Programm
14.30 Uhr Begrüßung
Dwora Stein, Vizepräsidentin der AK Wien

14.45 Uhr Nachhaltigkeitsberichterstattung in Österreich – Zwischen Traum und Wirklichkeit
Ulrich Schönbauer, AK Wien
Petra Kreinecker, Netzwerk Soziale Verantwortung Read more »

Kommentar: Nutzung von Internet und Sozialen Medien (Facebook etc.) am Arbeitsplatz

Wie in einem Beitrag vom 2. März 2010 beschrieben, ergeben sich durch die Nutzung von Internet in Unternehmen bestimmte Regelungserfordernisse, für die mittlerweile eine Erweiterung um Überlegungen zum Web 2.0 als sinnvoll erscheinen. Diese Regelungsvorgaben dienen im Kern dazu, MitarbeiterInnen vor Überwachung bzw. Kontrolle ihres (Surf-)Verhaltens durch den Arbeitgeber zu schützen.

Klar ist, dass sich diese aus dem Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) abgeleiteten Regelungserfordernisse auf Betriebe mit Betriebsrat beschränken. Dieser muss im Sinne der betrieblichen Mitbestimmung der Einführung von technischen Systemen im Betrieb (dazu zählen auch Internet und Email) zustimmen, das heißt, die Regeln, die für den Einsatz des Systems und die Verwendung der Daten gelten sollen, sind zwischen ArbeitgeberIn und Betriebsrat zu vereinbaren.

Aus Umfragen zum betrieblichen Datenschutz geht hervor, dass das Problembewusstsein in diesem Bereich in Betrieben mit Betriebsrat höher ist als in Betrieben ohne Betriebsrat. In Betrieben, in denen es einen Betriebsrat gibt, besteht insgesamt auch ein besseres Regelungsniveau im Bereich von Datenschutzfragen. Wo es keinen Betriebsrat gibt, können MitarbeiterInnen ihre Rechte auf Schutz ihrer personenbezogenen Daten, die sich aus dem Datenschutzgesetz (DSG) ableiten, nur individuell einfordern. In solchen Betrieben werden daher auch häufig Regelungen, zum Beispiel auch zur Internetnutzung, im Rahmen des Dienstvertrages vereinbart, jedoch in der Regel eher im Interesse des Arbeitgebers als im Interesse bzw. auf Initiative des/der Beschäftigten. Die Verhandlungsmacht liegt hier eindeutig auf Seiten des Arbeitgebers bzw. ist es für die Beschäftigten oder jene, die sich für einen Job bewerben, sehr schwer, ihre Interessen durchzusetzen. (Dies ist einer der Gründe für die Forderungen der GPA-djp unter anderem nach einem betrieblichen Datenschutzbeauftragten. [Siehe auch die dort angegebenen Links!])

Ein Beispiel für eine solche Regelung wird in einem letzte Woche in den OÖ Nachrichten erschienenen Artikel mit dem Titel „Facebook während der Dienstzeit: Viele Firmen setzen sich zur Wehr“ angeführt. In dem Unternehmen mit 500 MitarbeiterInnen, das beispielhaft herangezogen wird, gibt es keinen Betriebsrat. In den Dienstverträgen gibt es aber einen nicht näher erläuterten „Passus über private Nutzung des Internets während der Arbeitszeit“ und seit einem Monat wird die Internetnutzung kontrolliert, wobei insbesondere das firmenseitig ausgesprochene Verbot der Facebook-Nutzung im Zentrum des Interesses stehen dürfte. Obwohl die Seite nicht gesperrt ist, darf diese demnach während der Dienstzeit nicht angesurft/genutzt werden.

Aus Arbeit&Technik-Sicht stellt diese „Regelung“ keine klaren Verhältnisse her, sondern öffnet der Überwachung des Sufverhaltens der MitarbeiterInnen Tür und Tor – und dies umso drastischer als es keinen Betriebsrat gibt, der die (Datenschutz-)Interessen der Belegschaft auf arbeitsrechtlicher Basis vertreten und einfordern kann. Leider hat hier noch weitgehend der Spruch problematische Aktualität: Wo kein Kläger (Betriebsrat), da kein Richter.

Wie auch immer letztlich die Entscheidung einem Betrieb ausfällt, wie offen oder restriktiv mit der Internetnutzung während der Arbeitszeit umgegangen werden soll, eines ist klar: Die Internetnutzung ist mittlerweile eine Bestandteil des täglichen Lebens und wird in den Gewohnheiten der Menschen allgemein und auch der ArbeitnehmerInnen im Besonderen eher zu als abnehmen. (Einige Beispiele für Tendenzen und Szenarien der Internet- bzw. Web 2.0-Nutzung.) Ein partielles Verbot der Nutzung des Internets durch die MitarbeiterInnen im Betrieb stellt jedenfalls hohe Herausforderungen an eine Regelung und ist besonders ohne kontrollierende Instanz auf Seiten der Belegschaftsvertretung sehr skeptisch zu betrachten. Zwar werden oft Vernunft der MitarbeiterInnen und Vertrauen zwischen ArbeitgeberIn und Belegschaft beschworen, im Zweifelsfall ist aber meist klar, wer die Konsequenzen eines vermeintlichen (!) Fehlverhaltens tragen wird müssen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass es „viele Möglichkeiten [gibt], Zeit zu verschwenden“ (David Röthler im Interview in den OÖ Nachrichten) und die Sinnhaftigkeit von Überwachungsmaßnahmen im Unternehmen grundsätzlich zu hinterfragen ist.

Conclusio: Wenn private Internetnutzung am Arbeitsplatz prinzipiell, das heißt in „maßvollem“, „üblichem“ bzw. die berufliche Tätigkeit nicht beeinträchtigendem Ausmaß erlaubt wird, ist schwer nachvollziehbar, warum spezielle Seiten von dieser Nutzung ausgeschlossen sein sollen. Eine technische Lösung, die auf das Sperren unerwünschter Seiten hinausläuft, wäre hier eine bei weitem sauberere Lösung – eine Lösung, die allerdings auch entsprechende Fragestellungen über die Unternehmenskultur aufwirft.

Tipp: Diese und weitere Entwicklungen, Erfahrungen und Fragestellungen rund um das Thema Web 2.0 bzw. Social Media in der Arbeitswelt finden sich nunmehr auch kompakt aufgearbeitet in der Arbeit und Technik-Broschüre „vernetzt, ver[www]irrt, verraten? Web 2.0 in der Arbeitswelt – ein Überblick für BetriebsrätInnen.“

Veranstaltung: ‘web2.0′ und ‘Soziale Medien’ – eine Orientierung

GPA-djp-Veranstaltung am 6. und 7. Mai 2010

‚web2.0‘ und ‚Soziale Medien‘ – eine Orientierung
Was geht uns dieser strukturelle Wandel im WWW an?

vista 3, GPA-djp, Alfred Dallinger Platz

„Es lässt sich trefflich streiten, was den das so genannte ‚web2.0‚ sein soll. Wir können gerne diskutieren, ob nun eher der Begriff ’social media‘ statt ‚web2.0′ zu verwenden oder ob noch passender ’social web‘ zu sagen wäre; eingedeutscht ‚Soziales Netz‘. ‚Soziale Medien‚? …
Ebenso trefflich lässt sich der ganze ‚hype‚ ignorieren, diese Mode! Und überhaupt, was geht uns das an?
(Was immer „das“ ist.)

Nun, Fakt ist, beschäftigt mensch sich nur ein bißchen und ein wenig ernsthaft mit „was immer das ist“, merken wir bald, dass es uns alle betrifft, betreffen wird und in diversen Auswirkungen schon länger beeinflusst.“ (medial (mitten) im medienwandel)

pdfDonnerstag, 6. Mai 2010

10.00 Workshop Session I

  • Bloggende Betriebsräte berichten von ihren Erfahrungen
  • Streik – Aktionen – Kampagnen und das social web
  • Social web für unser Wissensmanagement, Partizipation und Organisationsentwicklung

12.00 Mittagsbuffet

13.30 Vorträge Read more »

Formel: GUTE ARBEIT

Arbeitssituation + Beschäftigungssituation = GUTE ARBEIT

Was verstehen wir unter GUTER ARBEIT? Welche Komponenten umfasst sie und wie sollen diese gestaltet sein?

GUTE ARBEIT

  • verbindet Flexibilität und Sicherheit,
  • gewährleistet ein Einkommen, das einen angemessenen, planbaren Lebensstandard ermöglicht,
  • fördert die Entwicklung und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der ArbeitnehmerInnen
  • durch regelmäßige Weiterbildung und sinnvolle, fördernde Arbeitsaufgaben,
  • bietet eine menschengerechte und beteiligungsorientierte Arbeitsorganisation,
  • respektiert die Privatsphäre der Beschäftigten,
  • fördert Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz,
  • ermöglicht eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben und
  • bemüht sich um die Entwicklung einer wertschätzenden und respektvollen Unternehmenskultur,
  • in der Vielfalt und Chancengleichheit als Wert und Ressource betrachtet werden.

GUTE ARBEIT

 Arbeit ist eines der bedeutendsten Räder im Getriebe der Gesellschaft und hält das tägliche Leben in allen uns bekannten Formen am Laufen. Deshalb bestimmt die Art und Weise, wie wir arbeiten, auch wesentlich über unsere allgemeine Zufriedenheit und Lebensqualität mit. Doch stetig wachsende Produktivitäts- und Gewinnerwartungen steigern die Anforderungen an ArbeitnehmerInnen und erhöhen den Druck am Arbeitsplatz. BetriebsrätInnen und Gewerkschaften sind daher stets bemüht, arbeitsrechtliche Standards zu bewahren und mehr als nur menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu sichern, damit die steigende Produktivität auch denjenigen zugute kommt, die diese erwirtschaften –
den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Diese Aufgabe wird gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu einer immer schwierigeren Herausforderung.

Arbeit um jeden Preis? Die schlechte Arbeitsmarktsituation und die Notwendigkeit, um Arbeitsplätze zu kämpfen, wird oft als Rechtfertigung benutzt, um Qualitätsstandards bei den Arbeitsbedingungen auszuhöhlen bzw. eine Weiterentwicklung zu verhindern. Beschäftigungssicherung geht Hand in Hand mit dem Erhalt und der Verbesserung von Arbeit. In dieser Frage kann es nicht heißen: „entweder – oder“. Die GPA-djp fordert beides!

Die Beschäftigten haben es sich verdient!
Wir wollen GUTE ARBEIT, um gute Arbeit leisten zu können!

Wir knüpfen damit an bisherige Bemühungen sowohl unserer eigenen gewerkschaftlichen Arbeit als auch an internationale Erfahrungen an. Es ist notwendig, für GUTE ARBEIT einzutreten und es lohnt sich auch. Dabei geht es in erster Linie darum, die Stimmen derer zu hören, die ExpertInnen in der Beurteilung ihres Arbeitsumfeldes sind: die Beschäftigten. Die GPA-djp stellt Informationen zur Erfassung des Arbeitsklimas im Betrieb bereit und gibt Handlungshilfen für die Gestaltung von Arbeitsplätzen. In der Reihe GUTE ARBEIT berücksichtigen wir jene Bereiche, die Arbeitsprozesse wesentlich bestimmen:

  • Beschäftigung und Einkommen
  • Arbeitsorganisation
  • Mitbestimmung im Betrieb
  • Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Aus- und Weiterbildung
  • Vielfalt und Chancengleichheit

Als Querschnittsmaterie stellt der neue Themenschwerpunkt gewissermaßen auch ein neues Dach für einen guten Teil der Kernthemen von Arbeit&Technik dar. Daher wird das GUTE ARBEIT-Logo in Zukunft sowohl auf neuen als auch auch auf bereits veröffentlichten Arbeit&Technik-Broschüren zu finden sein; letztere werden zudem sukzessive aktualisiert.

Mehr Informationen zum Thema GUTE ARBEIT sowie zu den einzelnen Unterthemen gibt es sowohl im neuen Online-Portal der GPA-djp unter

www.gpa-djp.at/gutearbeit

als auch in gewohnter Form hier, im Arbeit&Technik-Blog.

Regelungserfordernisse der Internetnutzung am Arbeitsplatz und Erweiterung um Web 2.0-Aspekte

Die Einführung von Internet und Email ist eine zustimmungspflichtige Maßnahme

Die sich in den 1990ern stark ausbreitende Nutzung von Internet am Arbeitsplatz warf eine Reihe von Fragen auf, die neuen Regelungsbedarf mit sich brachten. Davon ausgehend, dass es zunächst der/die ArbeitgeberIn ist, der ein wesentliches Interesse an der Verwendung von Internet zur Geschäftsabwicklung durch die MitarbeiterInnen hat, stellt § 96 Abs 1 Z 3 ArbVG die maßgebliche rechtliche Grundlage für die Einführung bzw. Nutzung von Internet am Arbeitsplatz dar. Demnach bedarf die Einführung/Nutzung von Internet im Betrieb der Zustimmung des Betriebsrats, da die Maßnahme die Menschenwürde berührt, weshalb die Zustimmungspflicht auch nicht ersetzbar ist.

Selbiges gilt auch für die Nutzung von Email. Das heißt, die Rahmenbedingungen für den Umgang mit Internet/Email am Arbeitsplatz sind in einer Betriebsvereinbarung zu klären. Dabei ist aus Sicht der Belegschaftsvertretung vor allem auf die Möglichkeiten der Überwachung bzw. Kontrolle des Surfverhaltens zu achten, die nur unter ganz bestimmten, eindeutig definierten Anlassfällen unter Beiziehung des Betriebsrates erfolgen sollte. Der Betriebsrat kann hier mitbestimmen, wie die Vorgehensweise im Detail aussieht und sollte diese Möglichkeit auch umfassend ausnutzen. Dies gilt unabhängig davon, ob eine private Nutzung durch die Beschäftigten als zulässig vereinbart wird oder nicht, wobei wiederum ein Komplettverbot privater Nutzung kaum zulässig ist.
Wichtig ist aber zunächst, dass Mitbestimmung des Betriebsrats in jedem Fall gilt:

Read more »

Es bleibt noch viel zu tun beim Datenschutz

 In der Novemberausgabe 2009 des GPA-djp-Magazins KOMPETENZ ist der Artikel „Es bleibt noch viel zu tun beim Datenschutz“ von Clara Fritsch erschienen.

Inhalt des Artikels ist eine Bewertung der Aktivitäten in Richtung eines verbesserten und zeitgemäßen betrieblichen Datenschutzes, und zwar auf EU-Ebene und im nationalen Vergleich.
Der Titel des Artikels sagt hierbei schon, wie eine solche Bewertung nur ausfallen kann: Es bleibt noch viel zu tun!

Die Forderungen der GPA-djp
Durch die bessere Vernetzung der Europäischen Gewerkschaften und die Sensibilisierung europäischer Institutionen für den ArbeitnehmerInnen-Datenschutz soll die EU endlich zum Handeln gezwungen werden.

Read more »

Spezialworkshop: Arbeitsrechtliche Fragen zur Nutzung von E-Medien und Web2.0-Instrumenten

Immer öfter treten Fälle im Zusammenhang mit der Nutzung von Internet am Arbeitsplatz, in zunehmendem Ausmaß insbesondere von Web 2.0-Instrumenten auf, für die eine Bewertung in Zukunft notwendig und immer drängender werden wird, die aber in gegenwärtiger Lage noch Graubereiche darstellen.

Im Rahmen eines „Spezialworkshops zu arbeitsrechtlichen Fragen der Nutzung von E-Medien und Web2.0-Instrumenten“ am 04. Mai 2010 stellen wir bisherige Erfahrungen in Form unseres „Arbeit&Technik-Blicks auf das Thema“ dar.

Ergänzt wird dieser um eine Betrachtung der rechtlichen Grundlagen des Einsatzes bzw. der Nutzung von Web 2.0-Tools im Betrieb.