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Betriebsrat und Leiharbeit: Möglichkeiten und Grenzen der betrieblichen Mitbestimmung

Zum Thema Interessensvertretung atypisch Beschäftigter durch den Betriebsrat hier ein Hinweis auf eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2007, die sich speziell mit der Situation der Leiharbeit befasst:

Wolfram Wassermann / Wolfgang Rudolph: Leiharbeit als Gegenstand betrieblicher Mitbestimmung. Anforderungen und Arbeitsressourcen von Betriebsräten in Betrieben mit hohem Leiharbeitnehmeranteil. Ergebnisse einer Befragung von Betriebsräten in Betrieben des Organisationsbereichs der IG Metall im Frühjahr 2007.

Ein wesentliches Ergebnis:

„Je mehr sich Betriebsräte auch um die Leiharbeiter in ihrem Betrieb kümmern, desto weniger Probleme gibt es dort. Das erfordert aber viel zusätzliche Arbeit, weil Leiharbeiter spezielle Fragen, Interessen und Probleme haben und das Nebeneinander von Zeitarbeitern und Stammbelegschaft nicht immer konfliktfrei abläuft.“

Hier geht es zu einer Zusammenfassung der Studienergebnisse mit weiteren Informationen und Links.

"Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter?"

Umfragebericht und Veranstaltungshinweis

 Von 18. Februar bis 27. März 2009 führte die GPA-djp-Interessengemeinschaft work@flex eine österreichweite Umfrage zu atypischer Beschäftigung durch. Der Fokus lag dabei auf freien DienstnehmerInnen, WerkvertragnehmerInnen und überlassenen Arbeitskräften. Da Beschäftigte in diesen Erwerbsformen die Kernzielgruppe der work@flex sind, stellt sich berechtigterweise die Frage nach der Besonderheit einer solchen Umfrage, abgesehen von den Notwendigkeiten der kontinuierlichen Bereitstellung einer Datenbasis zu Ausmaß und Entwicklung von atypischer Beschäftigung, ihrer Verteilung zwischen den Geschlechtern und ähnlichen Fragestellungen. Nun, das besondere daran ist, dass diesmal nicht die Beschäftigten selbst, sondern BetriebsrätInnen befragt wurden, um die Sensibilität unter BetriebsrätInnen für dieses Thema zu erhöhen, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und das Vertretungsengagement der Belegschaftsvertretungen sowie ihre Zuständigkeit für diese Zielgruppe zu erfassen.

„Ein Ergebnis sei hier bereits vorweggenommen. Der überwiegende Teil der BetriebsrätInnen zieht in seinem Engagement für MitarbeiterInnen keine Grenze nach Vertragsformen, sondern stellt den Menschen in den Mittelpunkt und versucht diesen zu helfen, ganz gleich, ob es sich um freie DienstnehmerInnen oder regulär Beschäftigte handelt.“ (work@flex: „Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter“, aus dem Vorwort.)

Der Betriebsrat stellt allgemein eines der wesentlichen Instrumente der betrieblichen Mitbestimmung dar, die gerade durch die Flexibilisierung von Beschäftigungsverhältnissen in vielen Bereichen immer mehr an Beachtung verloren hat.
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