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Gesichtsscann für Werbezwecke

Quelle: Bilderbox, eigene Bearbeitungalle Jahre wieder gibt es neue Ideen, wie Technik zur Gesichtserkennung gewinnbringend eingesetzt werden könnte

Was haben facebook, der italienische Schaufensterpuppenerzeuger Almax und die britische Handelskette Tesco gemeinsam?

Sie verwenden Gesichtserkennung-Technik, um Alter Geschlecht und Aufmerksamkeitsspanne der BetrachterInnen zu erfahren und mit den so gewonnenen Daten, „besser“ auf die Wünsche ihrer KundInnen eingehen zu können. Mittels versteckten Kameras (z.B. in Schaufensterpuppen oder Werbebildschirmen) werden Merkmale der KundInnen erfasst.

Bereits vor einem Jahr produzierte Almax Schaufensterpuppe mit Videokameras im Augenbereich, die zwar in Europa eher skeptisch aufgenommen wurden, in den USA jedoch Interesse hervorriefen. facebook war einer der Vorreiter beim Einsatz von Geischtserkennungstechnik, die seit 2011 in den Angeboten integriert ist, damit UserInnen leichter ihre FreundInnen auf geposteten Photos markieren können. Nun möchte auch der Handelsriese Tesco Gesichtserkennungs-Technik für seine Zwecke einsetzen, wie futurezone berichtet.

Ganz abgesehen davon, dass Alter und Geschlecht nicht zwangsläufig ausschlaggebend für Kaufverhalten sind, stellt sich die Frage, ob eine derartige Datenerfassung den derzeitigen Datenschutzbestimmungen in Österreich entspricht. Klar ist, dass es sich um personenbezogene Daten handelt, die potentiell sensibel sind; d.h. sie können Aufschluss über ethnische Zugehörigkeit oder Krankheit einer Person geben. Auch wenn der Name der Person nicht mit erfasst ist, sind es deren biometrische Merkmale. (Spätestens wenn mit Karte gezahlt wird, könnten dann weitere identitätsbezogene Rückschlüsse gezogen werden.) Daher müsste ein solches System bei der Datenschutzkommission genehmigt werden – und die würde hoffentlich aufgrund mangelnder Rechtsgrundlagen das System nicht genehmigen.

Wenn sie also demnächst beim Tanken bei Tesco eine Aftershave-Werbung aufgedrängt bekommen sollten, könnte das an ihrem Damenbart liegen.

Spyware in der Schaufensterpuppe

Überwachung kreativ

Eine innovative Form der Überwachung von Arbeitnehmerinnen und Kundinnen hat man sich bei der italienischen Firma Almax ausgedacht: Die Schaufensterpuppe mit Video-Augen; Produktbezeichnung „EyeSee-Manneqin“. Diese speichern nicht nur das Geschehen im Kaufhaus, sondern können auch aktiv Gesichtserkennung betreiben und so Alter, Geschlecht und Ethnie der Anwesenden bestimmen.

Auf diesem Weg soll der Firma ermöglicht werden, ihr Sortiment besser auf die Käuferinnen und Käufer abzustimmen. In der Praxis wurde so – laut Herstellerangaben – bereits Verbesserungen bei der Personalauswahl getroffen. Kommen z.B. vermehrt asiatisch aussehende Menschen ins Geschäft, stellt man ebenso aussehende Mitarbeiterinnen ein. Natürlich würde dies ausschließlich zur besseren Servicierung der Kundinnen und Kunden eingesetzt werden. Dass diese Puppen eine rassistisch motivierte Personalpolitik auslösen könnten, dass die Überwachung der MitarbeiterInnen damit auf der Tagesordnung steht, dass damit sensible Daten zur Auswertung für die Geschäftsführung zugänglich gemacht werden, das wird alles nicht thematisiert.

Um 4.000 EUR ist so ein „EyeSee-Mannequin“-Pupperl zu haben. Wie die Berliner Tageszeitung berichtete, sind es vor allem us-amerikanische Handelsunternehmen, die deren Dienste gerne in Anspruch nehmen und zunehmend interessieren sich deutsche Handelsketten für die Erfindung. Auf der „Insel der Seeligen“ ist eh noch nix exportiert worden – so der Geschäftsführer von Almax auf Anfrage der apa.

PS: Überwachungs-Software für Fortgeschrittene gibt es in Form von Barbies auch im Kinderzimmer:

Quelle: www.quoka.de