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Fragen zum betrieblichen Datenschutz und Digitalisierung

jetzt wollen’s alle wissen

Was ist der Schlüssel zu Schutz der Privatsphäre am Arbeitsplatz?

Wer bewacht welchen Schlüssel?

Wie wird im Betrieb, im Betriebsratsbüro und in der Gewerkschaft mit digitalen Themen umgegangen?

Das interessiert immer mehr Menschen. Immer mehr Institutionen wollen daher wissen wie es in der betrieblichen und gewerkschaftlichen Praxis aussieht und starten Projekte zu dem Themenbereich.

Was wäre ein gutes Projekt ohne vorherige Befragung der Betroffenen? Schließlich möchte man ja den Ist-Stand erfassen und so ist der erste Schritt meist eine Umfrage.

Bitte beteiligt euch möglichst zahlreich

Je größer die Beteiligung an den Umfragen, desto besser können Gewerkschaften auch auf die betrieblichen und betriebsrätlichen Anliegen eingehen.

Arbeiterkammer Wien befragt zum Datenschutz im Betriebsratsbüro

Um Erfahrungen aus der Arbeit in Betriebsrat und Personalvertretung zum Thema Datenschutz zu erhalten, führen die GPA-djp und andere Fachgewerkschaften gemeinsam mit der Arbeiterkammer Wien eine online-Befragung von Betriebsratsmitgliedern durch.

Es geht um die betriebsrätliche Praxis im Umgang mit den Daten der Beschäftigten. Welche Daten erhält der Betriebsrat überhaupt vom Arbeitgeber? Wer steht im Betrieb unterstützend zur Seite wenn es Fragen zum Datenschutz gibt? Diese und viele andere Fragen sollen geklärt werden.

Durchgeführt wird die Befragung durch die Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA). Die Befragung ist anonym, FORBA hat sich auch vertraglich zur Einhaltung der Bestimmungen des Datenschutzes verpflichtet und einen datenschutzrechtlich einwandfreien Anbieter für die online-Befragung ausgewählt.

Der Zeitaufwand beträgt etwa 10 bis 15 Minuten und die Umfrage wird noch bis Ende Juli online sein. Die online-Befragung findet sich hier.

Der Europäische Gewerkschaftsbund befragt zu den Auswirkungen der Digitalisierung

In der Befragung des EGB geht es um die Beteiligung von Arbeitnehmer/-innen und Gewerkschaften bei der Gestaltung der Digitalisierung. In der Beteiligung liegt nämlich der Schlüssel zu FAIRer Digitalisierung, ist der EGB überzeugt und sammelt daher BestPractise-Beispiele aus allen Ländern, Branchen und Unternehmen. (Es besteht auch die Möglichkeit zur telefonischen Kontaktaufnahmen auf deutsch, falls man die Best-Practise- und andere Erfahrungen nicht in die Tastatur tippen möchte!)

Die internationale Projektgruppe hat im Jänner dazu ihr Feedback gegeben und nun ist die Befragung online.

Der Zeitaufwand ist in etwa 20 Minuten und die Befragung geht noch bis 20. Juni. Hier geht’s zur Umfrage online.

News from Europe

Aus der gesamten EU sind von Einzelpersonen, Unternehmen, Organisationen und Regierungen Stellungnahmen zur geplanten Novelle der Datenschutz-Richtlinie eingetroffen. Insgesamt haben 291 Schriftstücke ihren Weg nach Brüssel gefunden.

Das Engagement der ArbeitnehmerInnen-Vertretungen hielt sich dabei europaweit eher in Grenzen. Einzig der Österreichische Gewerkschaftsbund, die österreichische Bundesarbeiterkammer und die Deutsche Dienstleistergewerkschaft haben auf nationaler Ebene ihre Anliegen geäußert. Die Europäische Angestelltengewerkschaft, UNI, sowie der Europäische Gewerkschaftsbund haben auf EU-Ebene ihr „Schärflein beigegeben“. Es haben offenbar hauptsächlich Privatunternehmen und NGOs, die sich mit dem Datenschutz auseinandersetzen, ihre Beiträge nach Brüssel geschickt.

Interessenvertretungen diverser Berufsgruppen sind zahlreich vertreten. So haben beispielsweise die jeweils für die EU zuständigen Handelskammern der USA, Indiens und Japans auf die Aufforderung der EU zur Stellungnahme reagiert. Belgische Banken, finnische Industrie, die Vereinigung Europäischer Spielentwickler und die Europäischer Versichungen finden sich auf der Liste. Ergänzt wird die Menge der ArbeitgeberInnen-Organisationen von Ärztevereinigungen sowie Wirtschaftskammern.

Außerdem finden sich unter den Beitrag-SpenderInnen so illustre Firmen wie: ebay, facebook, General Electric, Hewlett Packard, Carrefour, diverse TV- und Telekom-Anbieter von deutscher Telekom über Orange bis Vodaphone und ZDF. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Würden wir die Stellungnahmen von Privatfirmen und ArbeitgeberInnen-Organisationen in die eine Seite der Waagschale legen und die von NGOs und ArbeitnehmerInnen-Organisationen in die andere, würde sich der Waagbalken vermutlich verbiegen. Umso wichtiger, dass einige ArbeitnehmerInnen-Vertretungen sich hier zu Wort gemeldet haben.

Wir dürfen gespannt darauf warten, welche Schlüsse die EU-Kommission aus den eingelangten Dokumenten zieht.