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Ministerien sind uneinig, wer für CSR zuständig ist

Wird CSR zu einem staatlich geförderten Marketinginstrument für Unternehmen?

Die soziale bzw. gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen wächst proportional mit dem Einfluss und der Macht, die ein Unternehmen hat. Eingefordert wird diese Verantwortung von Gewerkschaften und NGOs. „Naming, Shaming, Blaming“ ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument der Öffentlichkeitsarbeit geworden, das dazu geführt hat, dass Unternehmen proaktiv Erklärungen über ihre gesellschaftliche Verantwortung abgeben. Mission Statements, Verhaltenskodizes und Charity Projekte sind Beispiele für CSR-Maßnahmen.

Dass CSR (Corporate Social Responsibility) eigentlich ein Managementansatz für nachhaltiges Wirtschaften sein soll, hat sich noch immer nicht breit durchgesetzt.

Seit zwei Jahren wird in drei Bundesministerien (BMASK, BMLFUW, BMWFJ) an einem CSR-Aktionsplan für Österreich gearbeitet. In dieser Gruppe ist nun ein Streit darüber entbrannt, was in diesem Aktionsplan enthalten sein soll. Die Interessen gehen hier weit auseinander. Laut Sozialministerium (BMASK) ist die Aufgabe der Politik, klare Rahmenbedingungen und Kriterien für CSR vorzugeben, sodass für die KonsumentInnen klar ist, dass CSR drin ist, wenn CSR drauf steht. Watchdog Organisationen, die Fehlentwicklungen von Unternehmen aufzeigen, sollen gefördert werden.

Die Vertreter von Lebensministerium (BMLFUW) und Wirtschaftsministerium (BMWFJ) sehen das anders, sie haben nun einen eigenen Entwurf – ohne Beteiligung des Sozialministeriums – für einen Nationalen Aktionsplan CSR erstellen lassen, der vor allem Förderungen und steuerliche Anreize für unternehmerische CSR-Maßnahmen vorsieht, Berichtspflichten und Benchmarks zum Vergleich und zur Bewertung der Leistungen werden abgelehnt.

Aus diesem Anlass hat die GPA-djp ein Protestschreiben an die zuständigen Bundesminister verschickt.