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Neue Plattform für Crowdwork

www.faircrowd.work.de

online Arbeitsform erfordert online Interessenvertretung

Sie sitzen zu Hause, im Co-Working-Space oder im Kaffeehaus. Sie sind GrafikerIn, ÜbersetzerIn, WerbetexterIn oder PhotografIn. Mitunter auch RadfahrerIn, HandwerkerIn oder Reinigungsfachkraft.  Sie sind schnell und flexibel. Sie haben kein Anstellungsverhältnis sondern suchen sich ihre Arbeitsaufträge im Internet.

Crowdwork bietet eine Menge Arbeitsmöglichkeiten für eine Menge Leute. Leider fehlt dieser Arbeitsweise in der Regel die arbeitsrechtliche Grundlage und damit die soziale Absicherung. Gibt’s keine Arbeitsvertrag, gibt’s kein Urlaubsgeld, keinen Krankenstand, keine Pflegefreistellung.

„Auch wer online arbeitet, hat ein Recht auf soziale Absicherung, auf faire Bezahlung und darauf, sich gewerkschaftlich zu organisieren“

betonte Rudi Kaske bei der Vorstellung der Plattform  letzte Woche, von der der Kurier berichtet hat.

In Österreich geben immerhin 5% der Befragten an, regelmäßig online zu arbeiten und 18% haben diese Art Geld zu verdienen schon einmal probiert. Man kann davon ausgehen, dass es nicht weniger werden.

Daher gibt es jetzt eine Plattform für Crowdworker.

Crowdwork-Aufträge werden oft quer über alle Landesgrenzen vergeben. So haben Deutsche (IG Metall) und Schwedische (Unionen) Gewerkschaften, ÖGB und Arbeiterkammer diese Plattform gemeinsam  ins Leben gerufen.

Im Vorfeld hat man sich Ideen von der anderen Seite des großen Teiches geholt; bei turkopticon, einer Plattform für Crowdwork beim größten us-amerikanischen Anbieter Amazons mechanical turk.

Und Wozu ist das Gut?

Hier können sich Crowdworker untereinander austauschen und die AuftraggeberInnen bewerten – auf den Plattformen, auf denen die Aufträge vergeben werden, funktioniert die Bewertung in der Regel ja eher einseitig in die Gegenrichtung. Hier können sich CrowdworkerInnen über ihre Rechte informieren.

Hier kann man sich über die Forderungen des EU-Parlaments zu Plattform-Arbeit genauso informieren wie über Forschungsergebnisse und Literatur zum Thema.

So können die Arbeitsbedingungen von CrowdworkerInnen genau unter die Lupe genommen werden, Informationen zur Verfügung gestellt, Vernetzung geschaffen und somit die Arbeitsbedingungen langfristig verbessert werden.

Karin Zimmermann im ÖGB und Sylvia Kuba von der Arbeiterkammer werden sich auch in Zukunft intensiv mit Crowdwork beschäftigen und als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.

Das Ende der Sagen und Mythen

teilnehmerinneneine Nachlese

In Kooperation zwischen Arbeiterkammer Wien und der GPA-djp fand am 6. Juni 2011 die Veranstaltung „Sagen und Mythen rund um das Intenet am Arbeitsplatz – ArbeitnehmerInnen im Spannungsfeld zwischen Privatsphäre und Kontrolle“ im Hörsaal der Technisch-Gewerblichen Abendschule der Arbeiterkammer statt. Die warmen Außentemperaturen und die etwas spätere Stunde hielten Interessierte nicht davon ab, sich die Vorträge und Podiumsdiskussion anzuhören.

dworaDwora Stein hat die Veranstaltung mit den Worten eröffnet:

Zuerst dachte ich, dass ich nicht die Richtige bin, diese Veranstaltung zu eröffnen, weil ich mich mit dieser Technologie überhaupt nicht auskenne.

Dwora Stein outete sich als „leidenschaftliche Blackberry-Userin“, die aber keine Ahnung habe, wie genau die Technologie für dieses Gerät funktioniert. Und schließlich kam sie zu der Überzeugung, dass sie gerade deshalb eine passende Gastrednerin wäre, weil sie mit ihrer mangelnden Fachkenntnis sicher nicht alleine steht und es genau darum gehe in dieser Veranstatlung, die Sagen und Mythen zu hinterfragen.

podiumMit einem Redebeitrag von Manfred Kleinert über die technische Funktionsweise des Internets und die Auswertungsmöglichkeiten des Internet-Verhaltens ging es weiter.

Der Administrator ist immer in der Zwickmühle zwischen Arbeitsanweisung und rechtlichen Vorgaben

erzählt Manfred Kleinert aus seiner Berufspraxis als IT-Verantwortlicher.

gerdaÜber eben diese rechtlichen Vorgaben gab Gerda Heilegger von der Arbeiterkammer daraufhin einen Überblick. Insbesondere ihre Ausführungen zur derzeitigen Rechtsprechung wurden vom Publikum mit großer Teilnahme verfolgt.

Aus der Beratungspraxis zieht Gerda Heilegger folgende Schlüsse:

 Gibt es einen Betriebsrat im Betrieb, ist das explizite Verbot der Privatnutzung von Email und Internet seltener anzutreffen. In Betrieben mit Betriebsrat bzw. Personalvertretungen trifft man häufiger auf geduldete oder dezidiert vereinbarte Privatnutzung.

 clara

Der dritte und letzte Redebeitrag wurde von Clara Fritsch beigesteuert, die aus der Beratungspraxis der GPA-djp erzählte. Ihr Resümee:

Betriebsvereinbarungen zur Email- und Internet-Nutzung sind leider nach wie vor Mangelware und die, die es gibt, haben leider oftmals Mängel.

 So werde oftmals darauf „vergessen“, die ArbeitnehmerInnen-Interessen bei den Zielsetzungen dezidiert anzugeben oder passende Zugriffsregelungen auf Mailboxen zu vereinbaren.

Die beiden BetriebsrätInnen Elisabeth Gesierich (Pfizer) und Gerhard Prohaska (Vaillant) geben daraufhin Einblicke in ihre firmeninterne Unternehmenskultur bei der Internetnutzung. Pfizer steht als Beispiel dafür, wie durch Social Media die Grenzen zwischen Privatshpäre und Arbeit immer mehr verschwimmen. Das Unternehmen fordert seit einiger Zeit die MitarbeiterInnen auf, sich auf einem eigenen Forum (natürlich nur positiv) über Pfizer zu äußern. Bei Vaillant ist die Datenschutzkultur besonders geregelt, als die so genannte „interne Datenschutzkommission“ der Firma bei jedem technischen System ihre Zustimmung geben muss. Dadurch ist auch die Internetnutzung vor einem Verbot der Privatnutzung geschützt – die Datenschutzkommission würde das nicht zulassen.

publikumIm Anschluss folgte eine rege Fragen-und-Antwort-Session, die von der Moderatorin Eva Angerler geleitet wurde. Die TeilnehmerInnen wollten besonders zum Thema Datentransfer und Auslagerung von Daten Antworten hören.

 

Die Präsentationen der ReferentInnen sind die Chance für all jene, die nicht dabei waren, sich zu informieren:

  • Manfred Kleinert (Raiffeisen Informatik): Technisches
  • Gerda Heilegger (AK Wien, Abteilung Sozialpolitik): Rechtliches
  • Clara Fritsch (GPA-djp, Abteilung Arbeit & Technik): Betriebliches

Für alle, die dann noch immer Interesse am Thema haben: Im Herbst soll es weitergehen mit unserer AK-GPA-djp-Veranstaltungskooperation zum Thema Datenschutz.

Wie die Werbung zu deiner google-Seite kommmt

Google hat viele Daten über seine NutzerInnen, unter anderem werden die gesuchten Schlagworte und angesurften Seiten gespeichert. Cookies bleiben 18 Monate lang auf den internen Rechnern zur Weiterverarbeitung , erzählt die Google-Datenschutzbeauftragte in einem Interview mit der Süddeutschen. 

Mit diesen Daten kann das Unternehmen die Werbe-Anzeigen auf das Suchverhalten der NutzerInnen abstimmen. Willst du wissen, was Google über dich weiß? Als special service gibt es unter diesem Link die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, welche Interessensgebiete Google als die deinen „erkannt“ hat. Man kann die zugewiesenen „Interessen“ beliebig erweitern oder  reduzieren – oder man kann diesen „service“ auch ganz abbestellen. Viel Spaß noch mit google…

RECHT aktiv im Betriebsrats-Blog

Interview mit der Leiterin der Rechtsabteilung der GPA-djp

 

Weblogs werden immer beliebter für die Kommunikation der Betriebsräte und Betriebsrätinnen. Was müssen die BloggerInnen beachten, damit sie rechtlich im grünen Bereich sind?

Es macht einen großen Unterschied, ob der Blog öffentlich zugänglich ist oder ob es ein betriebsinterner Blog ist. Beim öffentlichen Blog soll sich der Betriebsrat so verhalten, als ob er einen Beitrag in einer Zeitung, im Radio, im Fernsehen liefern würde. Das, was er oder sie öffentlich preisgeben würde, kann auch im offenen Blog stehen. Im geschlossenen Blog soll sich der Betriebsrat so verhalten, als ob er oder sie auf einer Betriebsversammlung wäre. Der geschlossene Blog muss natürlich mit einem guten Passwort entsprechend geschützt sein.

In einem geschlossenen Blog könnte es z.B. sinnvoll sein, eine Diskussion mit der Belegschaft über Vorschläge und Wünsche zu betriebsinternen Themen zu führen. Ich denke da zum Beispiel an den Mittagstisch; an die Preise, die Qualität des Essens und die Auswahlmöglichkeiten. Es kann auch durchaus Sinn machen, Betriebsvereinbarungen in diesen Blog zu stellen. Was der Betriebsrat nicht hineinstellen darf, sind z.B. Informationen, von denen er durch sein Mandat im Aufsichtsrat weiß. Auch auf die Verschwiegenheitspflicht ist zu achten. Bei einer geplanten Unternehmensveräußerung darf der Betriebsrat z.B. nicht veröffentlichen, welcher potentielle Käufer wie viel geboten hat. Als Betriebsrat muss man auch Acht geben, welche Dokumente man in den Blog stellt. Wenn der/die ArbeitgeberIn ein berechtigtes Interesse an der Geheimhaltung der Dokumente hat, dann haben sie im Blog nichts verloren.

Welche Gesetze spielen beim betriebsrätlichen Bloggen eine Rolle?

Zunächst einmal ist das Arbeitsverfassungsgesetz von Bedeutung. Darin sind die Rechte und Pflichten des Betriebsrats festgelegt. Ich denke, dass es beispielsweise nicht die Aufgabe des Betriebsrates ist, in seiner Arbeitszeit das Weltgeschehen zu kommentieren. Die Beiträge müssen schon mit dem Betrieb in Zusammenhang stehen. Wenn im Blog über Gott und die Welt geplaudert wird, muss der/die ArbeitgeberIn dem Betriebsrat hierfür keine Freizeit gewähren. Das empfehle ich dann eher privat zu tun.

Außerdem ist das Datenschutzgesetz zu beachten, wo unter Anderem festgelegt ist, dass jeder das Recht auf Privatsphäre hat.

Quelle: Bilderbox

Man muss auch aufpassen, dass man keine Rufschädigung oder üble Nachrede nach dem Strafgesetzbuch begeht.

Zivilrechtlich kann es bezüglich einzelner Äußerungen im schlimmsten Fall sogar zu einer Unterlassungs- oder Schadenersatzklage kommen.

Die Beschäftigten haben Rechte, die zum Tragen kommen, falls zum Beispiel Fotos von ihnen auf den Blog gestellt werden. Welche Vorgehensweise empfiehlst du hier den BetriebsrätInnen, die zum Beispiel die Dokumentation des letzten Betriebsausflugs in den Blog stellen?

Wenn der Betriebsrat einen Ausflug, eine Veranstaltung oder eine Feier dokumentieren möchte, sollte er auf jeden Fall VORHER die Anwesenden fragen, ob es ihnen Recht ist, wenn sie auf Fotos oder Filmen zu sehen sind.

Auch wenn Informationen über einzelne Beschäftigte in den Blog geraten – und sei es auch noch so nett gemeint – sollten die Betroffenen vorher ihre Zustimmung geben. Der Geburtstagsgruß, die Gratulation zur Geburt des zweiten Kindes – von dem womöglich die noch nicht ganz geschiedene Ehefrau nichts weiß – und ähnliche sehr private Informationen – das sind keine empfehlenswerten Inhalte für einen Blog.

Die Rechtsprechung im Bereich Bloggen ist meines Wissens dürftig. Inwieweit können themenverwandte Gerichtsentscheidungen zur Rechtsauslegung herangezogen werden?

Zum Bloggen ist mir gar nichts bekannt. Ich weiß, dass einmal eine Klage im Raum stand. Die Angelegenheit wurde aber verglichen.

Aber selbstverständlich kann man auf Rechtsgrundsätze zurückgreifen. Es gibt z.B. Rechtsprechung zum Thema Verschwiegenheitspflicht, die natürlich auch im Blog gilt. Einmal hat zum Beispiel ein Betriebsrat einem Angestellten gesagt, was andere KollegInnen konkret verdienen. Damit verletzt er seine Betriebsratspflichten. Das ist eine Gerichtsentscheidung gewesen.

Zusammenfassend bitte deine wichtigste Botschaft für bloggende BetriebsrätInnen.

VORHER NACHDENKEN UND ABWÄGEN, um auszuschließen, dass man nachher Personen – wenn auch unabsichtlich – bloßstellt oder sogar mit einer Klage konfrontiert wird.

 

"Als Freund hinzufügen? Privatsphäre bei Facebook" …

… so lautet nicht nur die Überschrift dieses Blogeintrags, sondern das ist auch der Titel eines Artikels, der in der aktuellen Ausgabe der Kompetenz (5-6/2009, S.22f.), des Mitgliedermagazins der GPA-djp erschienen ist.

Facebook-Privatsphäre-Kompetenz

Facebook liegt im Trend. Immer mehr NutzerInnen greifen auf die Möglichkeiten der Vernetzung und Kommunikation in der virtuellen Welt des Internet zurück. Die vielfältigen Formen seiner Weiterentwicklung zum sogenannten Web 2.0 unterstützen diese Prozesse – und ziehen immer mehr UserInnen in seinen Bann.
Kommunikation im Rahmen virtueller Netzwerke geht in jedem Fall mit Informations- und Datenaustausch einher. Wo persönliche bzw. personenbezogene Daten im Spiel sind, treten auch Fragen des Privatsphärenschutzes ins Zentrum der Betrachtungen. Dies umso mehr, da die NutzerInnen von Plattformen wie Facebook in der Regel eine Vielzahl an personenbezogenen Daten zur Verfügung stellen und damit auch veröffentlichen, sich der möglichen Konsequenzen dieser Veröffentlichung jedoch nicht bewusst sind.

„Das Bedürfnis nach Informationsaustausch, dem Facebook nachkommt, prallt mit den Privatsphärenbedürfnissen der NutzerInnen zusammen. Der Datenaustausch
begünstigt Vernetzung und Informationsvielfalt. Daten ins Internet zu stellen heißt aber auch, sie zu veröffentlichen. Das Internet wirkt zudem wie ein Langzeitgedächtnis, in dem Daten auf Dauer gespeichert sind“.

Bei all den gebotenen neuen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, der Informationsbeschaffung und des Austausches sollte daher der Notwendigkeit eines bewussten Umganges mit der eigenen Selbstpräsentation im Internet zunehmend Beachtung geschenkt werden. Das gilt besonders hinsichtlich des Auftretens gegenüber (künftigen) ArbeitgeberInnen – die Fälle, in denen die Internetpräsenz von MitarbeiterInnen und BewerberInnen zum Problem wurde, mehren sich.

Wie hier bereits mehrfach berichtet, setzen sich die Gewerkschaften für die Regelung diebezüglicher Fragen ein, beispielgebend die UNI-Europa P&MS mit dem Kodex „Online rights at work – A UNI Code of Practice“ (Entwurf). Derzeit ist allerdings noch nicht absehbar, wann entsprechende Regelwerke hier in der Praxis greifen werden.
Kompetenzcover Maii 09 Bei aller Unterstützung in fragwürdigen Fällen, die die GPA-djp ihren Mitgliedern anbietet, ist dennoch jede/r einzelne UserIn aufgerufen, alle Möglichkeiten zum Schutz seiner/ihrer eigenen Privatsphäre zu nutzen – und Facebook stellt hier mehr Optionen bereit, als vielen bewusst ist.  Einige grundlegende Hinweise dazu finden sich im oben zitierten Kompetenz-Artikel. Für weitere Hinweise sowie insbesondere bei Fragen der Regelung des Umgangs mit Web 2.0-Anwendungen im betrieblichen Kontext können Sie gerne auch mit uns, Abt. Arbeit und Technik, Kontakt aufnehmen.

Links zum Thema:

"Web 2.0 and Online Rights" – Fortsetzung in Wien

Wie im Dezember 2008 von der Konferenz in Tallinn berichtet, beschäftigt sich die UNI-Europa P&MS in einem ihrer Projekte mit dem Thema „Web 2.0 and Online Rights“.

Im Rahmen des Projektes fand bereits am 5. und 6. März in Wien eine Folgekonferenz organisiert von der GPA-djp-Interessengemeinschaft work@professional statt, an der rund 20 GewerkschafterInnen aus verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen.

Hier eine kurze Dokumentation in Form einer Linksammlung:

  • Kurzbericht zur Tagung auf der Homepage der UNI Global Union Managers/Professionals [nicht mehr online, Anm.], mit einem Hinweis auf das neue Web 2.0-Video (hier zu Beginn des Beitrages eingebettet), das im Zuge des Projektes gedreht wurde, und einer Darstellung der Fortschritte, die hinsichtlich des Entwurfs des Kodex „Online rights at work – A UNI Code of Practice“ erzielt werden konnten.
  • Bericht von Hans Christian Voigt („Kellerabteil“) im eBetriebsrat-Blog, in dem unter anderem seine Präsentation zu „Web 2.0 als Herausforderung für Betriebsräte und Gewerkschaften“ enthalten ist.
  • Infos zur Konferenz finden sich außerdem in einem eigenen Weblog, der im Zuge der Konferenz einerseits zur Dokumentation, andererseits zur weiteren Arbeit am erwähnten Kodex eingerichtet wurde: Online Rights.
  • Mein Diskussionsbeitrag zur Veranstaltung – verfügbar sowohl als Slideshare-Präsentation als auch als Dateidownload – stellte einen kurzen Bericht bzw. eine Einschätzung des Themas aus Arbeit&Technik-Sicht dar.

Web 2.0 im betrieblichen Kontext: Unternehmen 2.0

In ihrer August/September-Ausgabe dieses Jahres widmete sich Zeitschrift „Computer und Arbeit“ den Entwicklungen rund um Web 2.0 mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen in Unternehmen. Hat schon das Internet an sich zu einer Veränderung betrieblicher Prozesse von den Kommunikationsstrukturen bis hin zu einzelnen Arbeitsschritten geführt, so befinden wir uns mit den unter dem Begriff „Web 2.0“ zusammengefassten Anwendungen (Social Media à la Myspace, Facebook und Flickr, Wikis, Weblogs etc.) in der nächsten Entwicklungsphase.

„Was früher als Web-2.0-Phänomen abgetan und nur von wenigen Internet-Enthusiasten betrieben wurde, ist heute ein integraler Bestandteil der Internet-Kultur und lässt sich aus dem Web-Alltag nicht mehr wegdenken. Blogs haben schon längst einen großen Teil der herkömmlichen, persönlichen ‚Homepages‘ abgelöst. Für immer mehr Unternehmen ist das eigene Weblog zudem ein zentraler Bestandteil der internen und externen Unternehmenskommunikation.“ (Dominic Brander: T3BLOG. Neue Blog-Extension für TYPO3, in: T3N – Open Source & Web, Nr. 14)

Der Einsatz der neuen Anwendungen nimmt auch im betrieblichen Kontext in einem Maße zu, dass bereits vielfach vom „Unternehmen 2.0“ die Rede ist – ein Term, der zwar nicht präzise ist, aber unter dem die aktuellen Entwicklungen diskutiert werden. Diese Entwicklungen wirken sich insbesondere auf Kommunikations- und Kooperationsprozesse aus, und können auch erhebliche Weiterentwicklungen der Organisations- und Managementstrukturen anstoßen.

Wesentliche Ankerpunkte dafür stellen vor allem die Herausforderungen an das betriebliche Wissensmanagement und die effiziente Gestaltung der Kommunikation im Betrieb dar (so kürzlich auch von Martin Leyrer auf Die Presse.com/Tech & Science thematisiert). Dabei machen die ursprünglich nicht im betrieblichen Kontext entstandenen technischen Anwendungen häufig erst auf neue Gestaltungsmöglickeiten und den Einsatz im Unternehmen aufmerksam. Viele der dafür in Frage kommenden Anwendungen werden sozusagen sukzessive in die Betriebe importiert, und nicht unbedingt speziell für den betrieblichen Einsatz entwickelt, wie dies die bisher übliche Praxis bei IT-Lösungen war.
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Web 2.0 and Online-Rights

web-zweinull-onlinerights

Web 2.0 – das Stichwort gehört derzeit wohl zu den meist behandelten und diskutierten. Die Entwicklungen, die in diesem Zusammenhang stehen, werden vor allem aus zwei Gründen auch für Gewerkschaften zu einem bedeutenden zum Thema:

  • Auf der einen Seite sind es die Veränderungen in den Unternehmen (Stichwort „Unternehmen 2.0“), in denen Web 2.0-Anwendungen zur Neugestaltung von Kommunikationsprozessen und für das innerbetriebliche Wissensmanagement herangezogen werden. Dies hat Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung, die Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung, aber auch auf Fragen des Datenschutzes und der MitarbeiterInnenüberwachung – allesamt Kernthemen der Abteilung Arbeit und Technik der GPA-djp.
  • Auf der anderen Seite eröffnen Web 2.0-Anwendungen neuartige Möglichkeiten der Bereitstellung von Informationen, der Vernetzung und des Austauschs. Sie bieten sich zum Aufbau von „Gegenöffentlichkeit“ an: im Betrieb („Betriebsrat 2.0“) und auf gesellschaftlicher, insbesondere politischer Ebene bei der Vertretung bei der Vertretung von ArbeitnehmerInneninteressen („Gewerkschaft 2.0“).

Die von der UNI-Europa veranstaltete Konferenz „Web 2.0 und Online-Rechte“ vom 03.-05.12.2008 in Tallinn befasst sich mit diesen Entwicklungen. Read more »