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der Schandfleck ist wieder da

schandfleckNominierungsaufruf 2013: Schandflecke benennen

Wer

  • eine besonders unverantwortliche Organisation kennt, (z.B. in Bezug auf die ArbeitnehmerInnen-Rechte, die Umwelt, die KundInnen, oder die Gesellschaft insgesamt)
  • diesen Missstand öffentlich aufzeigen möchte,
  • aber sich nicht selbst outen will,

der/die hat noch bis Ende Oktober eine gute Gelegenheit dazu.

Das Netzwerk Soziale Verantwortung sucht das übelste Unternehmen Österreichs!

Über die nominierten Organisationen, Unternehmen und/oder Personen wird dann online abgestimmt, und am Welttag der Sozialen Gerechtigkeit, am 20. Februar, wird der Negativpreis „Schandfleck“ verliehen.

Mehr zum Schandfleck (Nominierungsformular, Infos) findet sich hier

373471_170424129658917_605650196_qVorbild für den „Schandfleck“ ist der Public Eye Award in der Schweiz, der seit 2000 als kritische Gegenveranstaltung zum World Economic Forum in Davos stattfindet und Konzerne auszeichnet, die sich gegenüber Menschen und der Umwelt besonders unverantwortlich verhalten haben.

Dr. Datenschutz berichtet aus der Praxis II

Fleißbeweis

 

Quelle: Bilderbox

Überraschend wurden neue Excel-Sheets zur Zeiterfassung eingeführt. Die Betriebsrätin erfuhr davon, indem sie selbst ein solches in die Hand gedrückt bekam mit dem Hinweis, dass sie zukünftig ihre Arbeitszeit und Tätigkeit hier einzutragen hätte. Nachdem sie dies verweigerte und auf die Mitbestimmungspflicht verwies, wurden die neuen Sheets zur Zeiterfassung vorerst zurückgenommen. Nach einem Probelauf von einem halben Jahr konnten technische Mängel beseitigt werden, die ursprünglich zahlreich vorhandenen Eintragungsmöglichkeiten abgespeckt werden und der Betriebsrat gab das Okay – unter der Bedingung, dass das System mit einer Betriebsvereinbarung abgesichert wird.

Manche MitarbeiterInnen bevorzugen das alte System in Papierform, bei dem alle viertel Stunden alle verrichteten Tätigkeiten eingetragen wurden. Ihr Argument ist:

Wenn da nichts steht, dann sieht das so aus, als ob ich nichts gearbeitet hätte.

Eine Betriebsrätin meint daher:

Mitarbeiterinnen tendieren eher dazu, viel zu viel von ihren persönlichen Daten anzugeben. Und ich denk mir, dass das ein ganz ganz langer Prozess ist.

Das Positive daran?

Die Erfahrung mit dem Aushandeln der ersten Datenschutz-Betriebsvereinbarung in diesem Unternehmen bewirkte, dass die nächsten Verhandlungen bereits wesentlich rascher von statten gingen. Der Bewusstmachungsprozess ist im Gange.

Das Symptomatische daran?

Gerade im Bereich der sozialen Dienstleistung ist es schwierig und weitgehend sinnfrei, nach rein mathematischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien zu rechnen – wie es aber von den meisten Auftraggebern verlangt wird. Dass soziale Arbeit auch ohne permanente Leistungsaufzeichnung etwas wert ist, muss sich erst noch in einigen Köpfen durchsetzen. Es wurde zu diesem Thema eigens eine Kampagne von vida und GPA-djp ins Leben gerufen.

Wie kann vorgebeugt werden?

Hier ist guter Rat teuer, weil einzelne MitarbeiterInnen wenig Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber externen Geldgebern haben. Es müsste daher ein sozialpartnerschaftlicher Weg, gemeinsam von Beschäftigten und Geschäftsführung eingeschlagen werden, um die Unmengen an aufzuzeichnenden Daten zu reduzieren. Erste Fragen an die DatensammlerInnen könnten lauten:

Wozu konkret brauchen sie die Daten in dieser Ausführlichkeit?

Was soll damit geschehen?

Gibt es nicht gelindere Mittel, um zum selben Ziel  – einer angemessenen Bezahlung für soziale Dienstleistung – zu gelangen?

CSR – Indikatorenkatalog des NeSoVe

csr-indikatoren

Aus dem aktuellen Newsletter des Netzwerks Soziale Verantwortung:

Im Rahmen eines ExpertInnen-Dialogs mit mehr als 50 TeilnehmerInnen wurde der neu entwickelte NeSoVe-Indikatorenkatalog der österreichischen CSR-Community präsentiert. Mehr als 100 soziale, arbeitsrechtliche, ökonomische und ökologische Kriterien erlauben Unternehmen und Organisationen, ihre CSR-Performance zu messen.

Genauere Informationen sind hier zu finden.

CSR soziologisch

Der homo sociologicus-Blog widmet sich in seinem aktuellsten Beitrag unter dem Titel „CSR – Was ist das, wie geht das, wer macht das?“ dem Thema CSR – „soziologisch gesehen“. Dafür wird einigen grundlegenden Annahmen des CSR-Konzeptes nachgegangen und es finden sich Hinweise darauf, was CSR in Deutschland bringen kann. Zusätzlich wird noch von einem „Best Practice“-Beispiel berichtet. Den Abschluss des Artikels stellt eine kurze Blogschau zum Thema dar, die für weitere Erkundungen zum Thema interessant ist.

Einige inhaltliche Anmerkungen zum Artikel: Read more »

CSR-Seminar für BetriebsrätInnen

Da Image und Öffentlichkeitswahrnehmung für die Unternehmen einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellen, setzen sie seit mittlerweile einigen Jahren gezielt auf das Thema „Corporate Social Responsibility (CSR)“, oder zu Deutsch: Gesellschaftliche bzw. soziale Verantwortung.

Arbeit&Technik berät nicht nur BetriebsrätInnen hinsichtlich des Themas und der Stolpersteine die diesbezüglich in den Unternehmen bestehen. Vertreten durch Eva Angerler ist die GPA-djp auch Vorstandsmitglied des Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe), das als unabhängige Stelle den selbsternannten „sozial verantwortlichen“ Außenauftritt von Unternehmen im Sinne der von der Unternehmenspolitik betroffenen Interessengruppen (Stakeholder) fördert, weiterentwickelt und beobachtet. Dafür hat das Netzwerk unter anderem einen Indikatorenkatalog für soziale Verantwortung erarbeitet, der einen „Bewertungsraster für Organisationen als Gradmesser für ihre soziale Verantwortung“ darstellt.

Auf die Erfahrungen aus der Beratung sowie auf die aus der Tätigkeit des NeSoVe stammende Expertise zum Thema CSR greift auch das Seminarangebot des VÖGB mit dem Seminar „Soziale Verantwortung der Unternehmen – Interventionsmöglichkeiten des Betriebsrates“ zurück.

CSR – Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen

csr Nicht erst durch die aktuellen Entwicklungen im Anschluss an die Krise des Banken- und Finanzmarktsystems und angesichts der bevorstehenden wirtschaftlichen Depression wird deutlich, dass sich Unternehmen kaum bis gar nicht an den gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer geschäftlichen Handelns orientieren. Dass sich die wirtschaftliche Rechnung ausschließlich um „Gewinn oder nicht Gewinn“ dreht, ist hinlänglich bekannt. Umso bedeutender ist es allerdings, die Wirtschaft in ihrem Handeln zu beobachten und intervenierende Strategien der Gegensteuerung auszuloten. Ein prominentes Mittel dafür stellt die sogenannte Corporate Social Responsobility (CSR) dar:

CSR (Corporate Social Responsibility), also die gesellschaftliche und soziale Verantwortung der Unternehmen, wird von den Gewerkschaften als

  • transparente,
  • soziale,
  • ökonomisch und
  • ökologisch nachhaltige Unternehmensführung
  • definiert.

    Weiterführende Informationen zum Thema sowie eine Bestellmöglichkeit unserer Broschüre zum Thema finden Sie hier!