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psychische Belastungen am Arbeitsplatz

ja wo gibts denn so was?

Die Sozialpartner haben sich geeinigt. Mit 2013 soll das novellierte ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASCHG) in Kraft treten. Jetzt haben wir es amtlich, dass es psychische Belastungen am Arbeitsplatz gibt und dass etwas gegen sie unternommen werden muss.

In Studien wurde ja schon mehrmals ein Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Arbeitsdruck mit steigenden Pensionsanträgen (32% der Neuzugänge bleiben aufgrund psychischer Erkrankungen dem aktiven Arbeitsmarkt fern) und Krankenständen hergestellt. Auch internationale Forschungsergebnisse aus Deutschland oder Großbritannien sehen eine zunehmende psychische Belastung der ArbeitnehmerInnen. Im deutschen Fernsehen wird psychische Belastung durch permanente Erreichbarkeit heiß diskutiert.

Nun hat der Gesetzgeber im ASCHG nachgebessert. Bei der Evaluierung der Gefahren im Rahmen der jährlichen Präventionszeiten ist jetzt explizit die psychische Belastung zu evaluieren – und Gegenmaßnahmen sind vorzuschlagen. „Psychische Belastungen müssen erhoben werden.“ freut sich daher die ÖGB-Expertin für den ArbeitnehehmerInnenschutz, Ingrid Reifinger. Die ArbeitsinspektorInnen können Unterlagen verlangen, ob diese Evaluierungen tatsächlich stattgefunden haben und welche Maßnahmen ergriffen wurden.

Die Novelle bringt außerdem Arbeits- und OrganisationspsychologInnen als fixe Größe in die Betriebe. Sie sind bei der systematischen Erfassung von psychischen Belastungen durch die Arbeit hinzuzuziehen.

Psychische Belastungen entstehen beispielsweise bei mangelhaften Arbeitsmitteln (die z.B. zu extrem langsamen Internet-Verbindungen führen), bei fehlenden Informationen und mangelnder Kommunikation, bei zu geringem Entscheidungsspielraum und Monotonie in der Arbeitsgestaltung, aber auch ein Verhindern von Weiterbildungsmöglichkeiten und Trainings kann psychisch belastend wirken. Permanente Erreichbarkeit ist ebenfalls ein wesentlicher Stressor im Arbeitsleben. Handys, Laptops und andere mobile „Erreichbarkeitsförderer“ sowie „Vertrauensarbeitszeit“ und All-In-Verträge (um nur die häufigsten zu nennen) fördern das Verschwimmen von Arbeitszeit und Freizeit und damit das Verschwinden von deklarierten Ruhephasen.

 Unter dem Titel „Tipps für ihre Gesundheit“ hat die Arbeiterkammer Oberöstereich plakativ zusammengefasst, wie eine solche Evalierung aussehen könnte. Konkrete Hilfestellungen zur Evaluierung psychischer Belastungen gibt’s von der Arbeiterkammer Oberösterreich auch;  auf welche Merkmale dabei besonders zu schauen ist und welche Fragen weiterhelfen können. Ab 2013 gibt es nun auch die gesetzliche Verpflichtung, psychische Belastungen zu evaluieren und Maßnahmen dagegen  zu ergreifen.

 

Veranstaltungs-Doppelpack

Die Arbeiterkammer Wien widmet sich im Juni gleich in zwei Veranstaltungen dem Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.

Die Arbeitswelt und ihre Anforderungen an die Beschäftigten haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch gewandelt. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den gesundheitlichen Belastungsfolgen nieder.

Um die psychischen Krankmacher in der Arbeit zu erfassen und erstmals die Kosten für die Gesamtwirtschaft festzumachen, hat die Arbeiterkammer Wien eine Studie beim Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und der Donau-Universität Krems (DUK) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor:

Die psychischen Krankmacher in der Arbeit nehmen dramatisch zu. Psychische Erkrankungen liegen bereits an dritter Stelle bei der Anzahl der Krankenstandstage und sie machen ein Drittel jener Diagnosen aus, die zu einer Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension führen.

Die Studienergebnisse werden am Montag, 11. Juni 2012 um 13:00  im AK-Veranstaltungssaal in der Theresianumgasse 16 präsentiert. Die Einladung zur Veranstaltung

PSYCHISCHE BELASTUNGEN DER ARBEIT UND IHRE FOLGEN finden Sie hier. Anmeldung unter: andreas.stoeger@akwien.at

Kurz darauf, am Dienstag 25. Juni 2012 findet am selben Ort zur (beinahe) selben Zeit eine Veranstaltung zu einem weiteren Stressfaktor am Arbeitsplatz statt:

MOBBING AM ARBEITSPLATZ, RECHTLICHE MÖGLICHKEITEN UND PRAKTISCHE HANDLUNGSANLEITUNGEN, UM DAGEGEN VORZUGEHEN.

Ab 14 Uhr setzen sich ExpertInnen aus der Juristischen Praxis und der Beratungspraxis mit dem Thema auseinander und laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Die Einladung finden Sie hier. Anmeldung unter: andreas.stoeger@akwien.at

viel Vergnügen