Tag Archives: Unternehmen 2.0

Ein "Arbeit&Techik-Blick" auf das Thema Web 2.0

Zusammenfassung bisheriger Erfahrungen und darauf aufbauender Einschätzungen

Seit einiger Zeit begleitet uns das Themenfeld Web 2.0 bzw. haben wir es in unseren „Beratungskanon“ aufgenommen, und zwar nicht von ungefähr: Arbeit&Technik steht für die Befassung mit Fragen der Arbeitsorganisation, zum einen hinsichtlich verschiedener Managementmethoden und Arbeitsformen und zum anderen hinsichtlich des Einsatzes von technischen Systemen am Arbeitsplatz.
In diesem Zusammenhang spielt die Weiterentwicklung von Internetanwendungen im Bereich des Web 2.0 auch in betrieblichen Kontexten eine wesentliche Rolle. Die Technik und ihre Einsatzvarianten durch eine Vielzahl unterschiedlicher NutzerInnen geben dabei mitunter die Richtungen für eine Befassung mit dem Thema vor.
Bereits im Frühjahr habe ich einen Blogeintrag dazu begonnen, wie ein erster Überblick über die bisherigen Erfahrungen aus Arbeit&Technik-Perspektive und eine Einschätzung der weiteren Entwicklungen aus derselben aussehen könnte – und diesen dann als Entwurf abgelegt. Die aktuellen Bewegungen im eBetriebsrat-Blog, die sich der Arbeit von Hans Christian Voigt mit BetriebsrätInnen und dazugehörenden Diskussionen verdanken, bieten einen guten Anlass, das Thema wieder umfassender aufzugreifen.

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Wo formiert sich das Unternehmen 2.0? Eine Kulturfrage?

In der unternehmerischen Nutzung von Web 2.0-Tools zeigen sich mittlerweile unterschiedliche Szenarien. Zwar lassen sich noch keine umfassenden Einschätzungen anstellen, aber auf den ersten Blick scheint der Umgang mit Blogs, Social Media etc. im Unternehmen interessanterweise mehr mit der geografischen bzw. kulturellen Verankerung von Unternehmen als mit anderen Faktoren wie zum Beispiel der Branchenzugehörigkeit zu tun zu haben. Das geht jedenfalls aus einem Artikel von Holger Schmidt für die FAZ.NET unter dem bezeichnenden Titel „Die Angst der Unternehmen vor Twitter“ [FAZ-Login erforderlich] hervor.

Die Szenarien

Dort: Neue Kommunikationskanäle, Vertriebswege und Geschäftsoptionen.

„Wo Menschen sich unterhalten, wittern auch Unternehmen ihre Chance. Zum Beispiel Dell. Der amerikanische Computerbauer nutzt Twitter als Vertriebskanal und versorgt seine knapp 480.000 Follower mit speziellen Angeboten, die schon zu Umsätzen in Millionenhöhe geführt haben.“

Hier: Reserviertheit, Skepsis, Angst vor Kontrollverlust.

„Twitter stellt die Kommunikationspolitik vieler Unternehmen auf den Kopf. Wenn plötzlich einzelne Abteilungen mit dem Twittern anfangen, wird das Kommunikationsmonopol der Pressestelle durchbrochen.“

Web 2.0 im betrieblichen Kontext: Unternehmen 2.0

In ihrer August/September-Ausgabe dieses Jahres widmete sich Zeitschrift „Computer und Arbeit“ den Entwicklungen rund um Web 2.0 mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen in Unternehmen. Hat schon das Internet an sich zu einer Veränderung betrieblicher Prozesse von den Kommunikationsstrukturen bis hin zu einzelnen Arbeitsschritten geführt, so befinden wir uns mit den unter dem Begriff „Web 2.0“ zusammengefassten Anwendungen (Social Media à la Myspace, Facebook und Flickr, Wikis, Weblogs etc.) in der nächsten Entwicklungsphase.

„Was früher als Web-2.0-Phänomen abgetan und nur von wenigen Internet-Enthusiasten betrieben wurde, ist heute ein integraler Bestandteil der Internet-Kultur und lässt sich aus dem Web-Alltag nicht mehr wegdenken. Blogs haben schon längst einen großen Teil der herkömmlichen, persönlichen ‚Homepages‘ abgelöst. Für immer mehr Unternehmen ist das eigene Weblog zudem ein zentraler Bestandteil der internen und externen Unternehmenskommunikation.“ (Dominic Brander: T3BLOG. Neue Blog-Extension für TYPO3, in: T3N – Open Source & Web, Nr. 14)

Der Einsatz der neuen Anwendungen nimmt auch im betrieblichen Kontext in einem Maße zu, dass bereits vielfach vom „Unternehmen 2.0“ die Rede ist – ein Term, der zwar nicht präzise ist, aber unter dem die aktuellen Entwicklungen diskutiert werden. Diese Entwicklungen wirken sich insbesondere auf Kommunikations- und Kooperationsprozesse aus, und können auch erhebliche Weiterentwicklungen der Organisations- und Managementstrukturen anstoßen.

Wesentliche Ankerpunkte dafür stellen vor allem die Herausforderungen an das betriebliche Wissensmanagement und die effiziente Gestaltung der Kommunikation im Betrieb dar (so kürzlich auch von Martin Leyrer auf Die Presse.com/Tech & Science thematisiert). Dabei machen die ursprünglich nicht im betrieblichen Kontext entstandenen technischen Anwendungen häufig erst auf neue Gestaltungsmöglickeiten und den Einsatz im Unternehmen aufmerksam. Viele der dafür in Frage kommenden Anwendungen werden sozusagen sukzessive in die Betriebe importiert, und nicht unbedingt speziell für den betrieblichen Einsatz entwickelt, wie dies die bisher übliche Praxis bei IT-Lösungen war.
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Web 2.0 and Online-Rights

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Web 2.0 – das Stichwort gehört derzeit wohl zu den meist behandelten und diskutierten. Die Entwicklungen, die in diesem Zusammenhang stehen, werden vor allem aus zwei Gründen auch für Gewerkschaften zu einem bedeutenden zum Thema:

  • Auf der einen Seite sind es die Veränderungen in den Unternehmen (Stichwort „Unternehmen 2.0“), in denen Web 2.0-Anwendungen zur Neugestaltung von Kommunikationsprozessen und für das innerbetriebliche Wissensmanagement herangezogen werden. Dies hat Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung, die Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung, aber auch auf Fragen des Datenschutzes und der MitarbeiterInnenüberwachung – allesamt Kernthemen der Abteilung Arbeit und Technik der GPA-djp.
  • Auf der anderen Seite eröffnen Web 2.0-Anwendungen neuartige Möglichkeiten der Bereitstellung von Informationen, der Vernetzung und des Austauschs. Sie bieten sich zum Aufbau von „Gegenöffentlichkeit“ an: im Betrieb („Betriebsrat 2.0“) und auf gesellschaftlicher, insbesondere politischer Ebene bei der Vertretung bei der Vertretung von ArbeitnehmerInneninteressen („Gewerkschaft 2.0“).

Die von der UNI-Europa veranstaltete Konferenz „Web 2.0 und Online-Rechte“ vom 03.-05.12.2008 in Tallinn befasst sich mit diesen Entwicklungen. Read more »