"Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter?"

Umfragebericht und Veranstaltungshinweis

 Von 18. Februar bis 27. März 2009 führte die GPA-djp-Interessengemeinschaft work@flex eine österreichweite Umfrage zu atypischer Beschäftigung durch. Der Fokus lag dabei auf freien DienstnehmerInnen, WerkvertragnehmerInnen und überlassenen Arbeitskräften. Da Beschäftigte in diesen Erwerbsformen die Kernzielgruppe der work@flex sind, stellt sich berechtigterweise die Frage nach der Besonderheit einer solchen Umfrage, abgesehen von den Notwendigkeiten der kontinuierlichen Bereitstellung einer Datenbasis zu Ausmaß und Entwicklung von atypischer Beschäftigung, ihrer Verteilung zwischen den Geschlechtern und ähnlichen Fragestellungen. Nun, das besondere daran ist, dass diesmal nicht die Beschäftigten selbst, sondern BetriebsrätInnen befragt wurden, um die Sensibilität unter BetriebsrätInnen für dieses Thema zu erhöhen, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und das Vertretungsengagement der Belegschaftsvertretungen sowie ihre Zuständigkeit für diese Zielgruppe zu erfassen.

„Ein Ergebnis sei hier bereits vorweggenommen. Der überwiegende Teil der BetriebsrätInnen zieht in seinem Engagement für MitarbeiterInnen keine Grenze nach Vertragsformen, sondern stellt den Menschen in den Mittelpunkt und versucht diesen zu helfen, ganz gleich, ob es sich um freie DienstnehmerInnen oder regulär Beschäftigte handelt.“ (work@flex: „Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter“, aus dem Vorwort.)

Der Betriebsrat stellt allgemein eines der wesentlichen Instrumente der betrieblichen Mitbestimmung dar, die gerade durch die Flexibilisierung von Beschäftigungsverhältnissen in vielen Bereichen immer mehr an Beachtung verloren hat.
Die Umfrageergebnisse sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die BetriebsrätInnen selbst als Anlaufstelle für MitarbeiterInnen sehen, deren arbeitsrechtliche Situation häufig schwächer abgesichert ist, als dies bei herkömmlichen Anstellungsverhältnissen der Fall ist. Die MitarbeiterInnen können darin ein Signal sehen, sich beim Eintreten für ihre Anliegen und Rechte auf die Unterstützung des Betriebsrats verlassen zu können – womit die BetriebsrätInnen wiederum auch eine stärkere Rolle im Sinne betrieblicher Mitbestimmung einnehmen können.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage, ergänzt um wesentliche Forderungen der work@flex sowie Hinweise und Informationen für BetriebsrätInnen zur Einbeziehung atypisch Beschäftigter Prozesse der betrieblichen Mitbestimmung, sind im kürzlich erschienenen Umfragebericht „Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter“ zu finden.

Dazu auch noch ein – kurzfristiger – Veranstaltungstipp:
Eine Präsentation der wichtigsten Ergebnisse sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema findet am Donnertag, 20.01.2010, von 18.00 bis 20.00 Uhr in der GPA-djp, Vista 3, Alfred-Dallinger-Platz 1, 1034 Wien, statt.

Präsentation der Umfrageergebnisse:

Leitfragen Podiumsdiskussion:

  • Was können BetriebsrätInnen für atypisch Beschäftigte tun?
  • Was wurde bereits erreicht?
  • Wie sieht die rechtliche Situation aus?
  • Welche Ziele verfolgt die Gewerkschaft?

Es diskutieren:

  • Veronika Reininger
    Vorsitzende des Bundesausschuss der work@flex
  • Dieter Preinerstorfer
    BR-Vorsitzender Rücker GmbH (Arbeitsüberlassung), Mitglied des Bundesausschuss der work@flex
  • Karl Proyer
    stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp
  • Jürgen Leister
    BR-Vorsitzender Walter Services Austria GmbH (angefragt)
  • Andrea Tretter
    BR-Vorsitzende APA Austria Presse Agentur (angefragt)
  • Eine Expertin der Bundesrechtsabteilung der GPA-djp

One Response to "Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter?"

  1. Pingback: “Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter?” « Santa Precaria

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

70 + = 80