Flashlights aus der Web 2.0 Veranstaltung der GPA-djp

Eindrücke aus dem Workshop bloggender BetriebsrätInnen:

 

Die Furcht vor großem Zeitaufwand, der zum Betreiben eines Blogs erforderlichist, ist oft größer als der Zeitaufwand. (Ein bloggender Betriebsrat)

Die Beteiligungsfreude der Blog-lesenden MitarbeiterInnen ist geringer als erwartet. Es wird kaum kommentiert. (Ein bloggender Betriebsrat)

Die Lesefreude der MitarbeiterInnen ist größer als ich dachte, insbesondere, wenn es um politische Themen geht, die unseren Betrieb unmittelbar betreffen. (Eine bloggende Betriebsrätin)

Kurzinterview mit Linda Sepulveda (Betriebsrat der SIS & CT, SIS MitarbeiterInnen-Blog):

Unser Blog bewirkt bei der Geschäftsführung, dass sie sich zumindest bemühen, sich korrekt zu verhalten. (Ein bloggender Betriebsrat)

Um nicht einzelne BetriebsrätInnen der Geschäftsführung preiszugeben, haben alle unter einem Namen gebloggt. Die Geschäftsführung hat diesen einen allerdings kurz nach Gründung des Blogs mit einer Klage bedroht. (Ein bloggender Betriebsrat)

Bei uns hat die Firmenleitung Hacker bezahlt, um in den passwortgeschützten Bereich des Blogs vorzudringen. (Ein bloggender Betriebsrat)

Stellungnahmen von GewerkschafterInnen:

Wenn die Gewerkschaft heute gegründet werden würde, würden wir uns vermutlich nicht hauptsächlich dem Kommunikationsinstrument der Versammlung hingeben. Ich weiß aber, dass dieses Instrument nach wie vor ein wichtiges ist. Virtuelle Plattformen sind gute Kommunikationsmittel, die aber kein Ersatz sind für gewerkschaftliche Mobilisierung mit persönlichem Kontakt. (Vorsitzender der GPA-djp Wolfgang Katzian)

Die Kommunikation muss bottom-up laufen. Oben haben sie die Definitionsmacht so und so schon qua Amt. Twittern ist unmittelbar, persönlich und auf Augenhöhe. Die Transparenz schafft Glaubwürdigkeit. (Arbeitsrechtler und Online-Redakteur aus Deutschland, Andreas Skowronek)

Bei der Podiumsdiskussion:

Das Web 2.0 als solches zu negieren ist, als wolle man die Zentralalpen wegdiskutieren. (Berater Harald Katzmair)

Die Masse im www, der Schwarm, ist unfähig, eine kollektive Vertretung zu entwickeln. Die Cloud verhandelt nicht. (Berater Harald Katzmair)

Hinweis: Ein Artikel zur Veranstaltung mit dem Titel „Eine Orientierung“ findet sich auch in der Ausgabe Mai 2010 der „Arbeit und Wirtschaft“.

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